Die zerrissenen JahrePhilipp Blom

Die zerrissenen Jahre

In 21 Kapiteln erzählt, ja: erzählt, Philipp Blom, was zwischen den beiden Weltkriegen geschah. Nicht in Form des x-ten Geschichtsunterrichts, bei dem Namen, Daten, Fakten genannt, ausgewalzt und dann wieder seziert werden. Sondern indem er im Grunde Reportagen schreibt. Über den Jazz, über das aus dem Boden stampfen sowjetischer Produktionsstädte und die Bauhaus-Bewegung, über die zitternden Kriegstraumatisierten und die Flappers, über alles auf den Kopf stellende literarisch-kulturelle Bewegungen und die Bücherverbrennung – und allein in dieser Aufzählung wird schon deutlich, was die Zeit von 1918-1938 ausmachte: eine politische, kulturelle, moralische, ethische Zerrissenheit. Den einen machte das Neue Angst, die anderen spornte es an; Gewissheiten, Ordnungen, Überzeugungen, alles wankte. Alles war möglich – und das Schlimmste geschah. Gut zu lesen, abwechslungsreich und ein bisschen gemahnend, in einer Zeit des Umbruchs (wenn manche meinen, Orientierung und Anschluss zu verlieren) die Augen offen zu halten.

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